Russland Reiseführer: Petersburg – Das Alexander-Newskij-Kloster

Die heilige Dreifaltigkeit am Ende des Newskij-Prospektes

Das Alexander-Newskij-Kloster und ein Friedhofsmuseum der Stadtskulpturen

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Alexandr-Newskij-Kloster

Nach 4,5 Kilometern endet der Newskij-Prospekt (russ. Невский проспект) östlich von St. Petersburg. Dort befindet sich das Alexander-Newskij-Kloster (russ. Александро-Невская лавра), welches dem Prospekt seinen Namen gab. Der Fürst von Nowgorod und Wladimir, Alexander Newskij (um 1220 – 1263) ist gleichsam der Schutzheilige von Nowgorod und Petersburg. Peter der Große (1652 – 1725) suchte genau diese Gemeinsamkeit, um seiner damals noch gesichtslosen Stadt im Newa-Delta einen historischen Bezug zu Nowgorod zu geben. Zu Gute kam ihm dabei, dass Alexander Newskij im Jahre 1240 am Ufer der Newa einen entscheidenden Sieg gegen die Schweden errang. Peter I. verfügte somit ein Jahr nach seinem Sieg über die Schweden bei Poltawa 1709 den Bau eines Kloster. 1724 ließ er sogar die Gebeine des Nowgoroder Fürsten aus Wladimir  nach Petersburg holen. Untergebracht wurden sie in einem silbernen Reliquienschrein in der Mariä-Verkündigungs-Kirche (russ. Благовещенский собор). Heute gehören sie zum Bestand der Eremitage.

Das Kloster

Alexandr-Newskij-Kloster, Newskij, Kloster, Russland, Russische Föderation, Europa, Osteuropa, Petersburg, Admiralität, Brunnen, Bauwerk, Platz, Newskij Prospekt, Bäume, Himmel, Architektur, Prachtstraße,Für die Projektierung und den Bau des Klosters beauftragte Peter I. den Architekten Domenico Trezzini (russ. Доме́нико Андре́а Трези́ни, 1670 – 1734). Die Bauarbeiten zogen sich hin. Den großen Ausbau des Komplexes zwischen 1742 bis 1751 leitete Pietro Antonio Trezzini (russ. Пьетро Антонио Трезини, 1692 – ca. 1760). Sein Nachfolger Michail Rastorgujew bevorzugte eher die kraftvollen und plastischen Formen, während Trezzini eher den nüchternen und schlichten Barockstil pflegte. Rastorgujew intensives Spiel von Licht und Schatten fügt sich dennoch zu einem einheitlichen Bild des Klosters. Unter seiner Leitung entstanden auch die Treppenanbauten der Fjodor- und Vergnügungskirche sowie das Metropolitenhaus. Letzteres wurde durch einige Umbauten im 19. Jahrhundert wesentlich verändert. Ebenso gehören die leicht geschwungenen Seitentrakte, der Seminartrakt im Süden und der Hostientrakt im Norden zu seinen Schöpfungen. Die dritte Bauphase bestimmte der russische Architekt Iwan Jegorowitsch Starow (russ. Иван Егорович Старов, 1745 – 1808), der einen neuen Vorplatz, die Torkirche sowie die Dreifaltigkeits-Kathedrale schuf. Hierbei drängen sich Parallelen zu anderen Klosterbauten des 17. Jahrhunderts auf, die im 18. Jahrhundert, der Tradition Willen, wieder ihre Anwendung fanden. Allerdings zeigen alle drei Bauwerke Strarows Baumerkmale dieses klassizistischen Baumeisters.

Somit erstrahlt heute eine malerische Silhouette der rot-weißen Klosteranlage, welche schlanke Seitentürmen zieren. Deren Kuppeln krönen zierliche Tambours, worauf sich dekorative, goldene Zwiebelkuppeln erheben.

Rundgang im Inneren der Klosteranlage

Der Besucher trennt sich von der außerhalb gelegenen Welt, wenn er den ersten Schritt durch die Torkirche unternimmt. Der Lärm der den Alexander Newskij Platz vor der Anlage einhüllt, scheint ausgelöscht. Man betritt eine abgeschiedene Welt, wozu das Grün der Bäume vor unseren Augen sicher beiträgt. Ganz kann man die außerhalb liegende Welt nicht verdrängen, habe doch viele finanziell arme Menschen die Anlage für sich entdeckt.

Nördlich in Richtung des Monastyrka-Kanals befindet sich linker Hand der Lazarus-Friedhof. Dieser wurde im 18. Jahrhundert angelegt und beherbergt zahlreiche Gräber von Petersburger Architekten und Adeligen, Künstlern und Gelehrten. Genannt seien: der Gelehrte Michail Lomonosow (russ. Михаи́л Васи́льевич Ломоно́сов, 1711 -1765), der Schriftsteller Denis von Wiesen, der Architekt der Kazaner-Kathedrale Andrej Voronichin und Natalja Lanskaja, die in erster Ehe mit Puschkin verheiratet war.

Gleich Gegenüber, rechter Hand des Weges betritt man den Tichwiner-Friedhof, der im 19. Jahrhundert als Erweiterung hinzukam. Ende der 40ziger Jahre des 20. Jahrhunderts verwandelte man diesen Friedhof in die »Nekropole der Meister der Kunst.« Dazu verlegte man einige Grabstätten von anderen Orten hierher. Genannt seien: der Schriftsteller  Fjodor Dostojewski und die Komponisten Michail Glinka und Pjotr Tschaikowski.

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Über eine kleine Brücke erreicht man die eigentliche Klosteranlage (Innere Klosteranlage). Zu den Bettlern vor der Anlage gesellen sich hier die Souvenirverkäufer mit ihrem Andenkenkitsch, der vor allem aus kleinen gedruckten Ikonen besteht. Alsdann erblickt man die Maria-Verkündigungskirche, die älteste des Klosters, 1717 nach Plänen von Trezzini erbaut. Im Südosten erhebt sich in stilistischer Verwandtschaft zu ihr die Fjodor-Kirche sowie zwei Ecktürme im Nord- und Südwesten. Beide Türme werden durch Bauten, die an eine Galerie erinnern, verbunden.

Das Metropoliten-Haus im Westen, 1759 von Rastorgujew geplant, fällt besonders prachtvoll aus. Zwischen den Fenstern und deren Rahmungen wuchern Halbsäulen und Pilaster. Gesimse geben dem sehr langgezogenen Bauwerk ein pittoresken Akzent. Doch von der Ursprünglichkeit des Bauwerkes zeugt heute lediglich der Empfangssaal, der nach einigen Veränderungen im 19. Jahrhundert erhalten blieb.

Die Dreifaltigkeits-Kathedrale bildet das Zentrum der Anlage. Iwan Strassow hatte sie 1778 im Stil der Frühklassizismus errichten lassen. Sie sollte als monumentales Grabmal für Alexander Newskij dienen. Die Kathedrale war bis 1768, als die Isaaks-Kathedrale errichtet wurde, die größte Kathedrale St. Petersburgs. Die Kuppel erscheint mächtig, wenn der Besucher sich über den Klosterweg der Kirche nähert, eine Wirkung, welche der Architekt durchaus beabsichtigt hatte. Die Fassade springt durch schlichte Eleganz ins Auge des Besuches. Sie setzt, besonders in Verbindung mit der Rundkuppel nachhaltige Akzente. Im Westen betonen die zwei quadratischen, leicht gerundet wirkende Glockentürme das Bauwerk.

Im Inneren der Kathedrale wirkt die reine Form des Klassizismus, deren Raumwirkung, gar geometrische Strenge. Die Materialien sind exklusiv, Carraramarmor und roter sibirischer Achat. Und wie in allen russischen Kirche erscheint der Ikonostas mit seinen vergoldeten, geschnitzten Pforten. Dieser zeigt einige Kopien europäischer Maler, darunter Rubens und van Dyck.

Adresse

Newskij-Klosteranlage, Ploschad Alexander Newskogo 1, Petersburg, Tel.: 7 (812) 274 26 35

Anreise

Metrostation: Ploschad Alexander Newskogo

Öffnungszeiten

Täglich 10 bis 17 Uhr, Montags und donnerstags geschlossen

Eintritt

Äußere Klosteranlage: Eintritt frei, Innere Klosteranlage: 100 Rubel, Friedhöfe je 50 Rubel

 

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