Vietnam Reiseführer: zwischen Ba-Dinh-Platz und Ein-Pfahl-Pagode

Zwischen Ba-Dinh-Platz und Ein-Pfahl-Pagode

Ho-Chi-Minh-Mausoleum, Museum und Onkel Hos Haus

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Hanoi – Ho Chi Minh Mausoleum

Auf dem einstigen Paradeplatz der Franzosen, wo sie ihre Macht im damaligen Indochina demonstrierten, befindet sich heute das Ho Chi Minh Mausoleum. Dieser Platz hat Geschichte gesehen, Repräsentationen, Staatsmänner. Doch nicht nur die jüngste Geschichte findet hier ihren Platz, hier thront auf einem Pfeiler das älteste Baudenkmal Hanois, die Ein-Pfahl-Pagode.

Um den Ba-Dinh-Platz (Ba Đình)

Auf dem einstigen Paradeplatz der Franzosen, wo sie ihre Macht im damaligen Indochina demonstrierten, befindet sich heute das Ho Chi Minh Mausoleum. Dieser Platz hat Geschichte gesehen, Repräsentationen, Staatsmänner. Hier präsentierte Ho Chi Minh am 2. September 1945 die Unabhängigkeitserklärung Vietnams. Sie entstand aus intensiven Studien der amerikanischen Declaration of Independence und den Freiheitserklärungen der Französischen Revolution.

Seitwärts des Mausoleums befindet sich das ehemalige Palais des Generalgouverneurs von Indochina. Später diente das Gebäude als Hauptsitz der vietnamesischen Ministerpräsidenten und heute wird es lediglich noch für repräsentative Zwecke wie Staatsempfänge usw. genutzt. Gleich gegenüber befindet sich das Schwimmbad und ein Tennisplatz, wo sich einst das „tout Hanoi“ erholte und vergnügte.

Um die Jahrtausendwende plante Vietnam an der Ostseite des Areals ein neues Gebäude, für die Nationalversammlung zu bauen. Doch kurz nachdem die Bauarbeiten begonnen hatten, fand man in der Erde Überreste eines historischen Kaiserpalastes und diverse Kultstätten des alten Vietnams. Der Bau ist nun bis auf weiteres vertagt.

Ho-Chi-Minh-Mousoleum (Lăng Chủ tịch Hồ Chí Minh)

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Hanoi – Ho Chi Minh Mausoleum

Wer dieses klotzige Bauwerk besucht, wird sicher bemerken, wie wenig die Partei von Ho Chi Minh loslassen kann. Sie braucht ihn. Heute mehr den je im Zuge wachsender Korruption und Verschwendungssucht in den Reihen der Staatsführung. Dies beist sich gleichsam mit dem Gedanken Onkel Hos, der mit seinem spartanischen Leben und revolutionärem Geist ganz im Dienst des vietnamesischen Volkes ein sozialistisches Leben vorlebte. In seinem Testament verfügte er kein Staatsbegräbnis, stattdessen sollte man seinen Leichnam einäschern. Die Asche sollte man Dreiteilen, wovon je ein Teil im Norden, Süden und dem Zentrum Vietnams auf einem Hügel beigesetzt werden sollte. An jenen Stellen sollten wiederum drei Bäume gepflanzt werden, davor eine Bank aufgestellt werden, damit sich die älteren Bewohner Vietnams darauf ausruhen können. Sein Nachfolger Le Duan sah das ganz anders. Er unterdrückte den Wunsch Ho Chi Minhs und verfügte den Bau eines Mausoleums.

„Liebe Landsleute, alle Menschen haben das Recht auf Gleichheit. Sie haben das Recht auf Unversehrtheit, das Recht auf Leben, zur Freiheit und zum Streben nach Glück.“ (Ho Chi Minh)

Das Mausoleum wurde zwischen 1973 und 1975, mit Unterbrechungen wegen des Vietnamkrieges, erbaut. Der schwarze, graue und rote Marmor des Totenhauses wurde hierfür eigens aus den Bergen bei Danang herbeigeholt.

Heute wirkt das Mausoleum dank der riesigen Ausmaße des Ba-Dinh-Platzes nicht so klotzig, doch werden die Augen der Besucher immer auf seine gewaltige Monumentalität gelenkt. Hier wird der Besucher feierlich über den roten Teppich, geleitet von der Ehrengarde, ins Innere begleitet. Dort geht man schweigend im Gänsemarsch und in 30 Personen zählenden Gruppen am, in rotfarbenen Spotlight getauchten, Leichnam Onkel Hos vorbei.

Jeden Tag um 7 Uhr, in den Sommermonaten 6.30 Uhr, marschiert die Ehrengarde auf und hisst, während die Nationalhymne erklingt, die Flagge Vietnams.

Öffnungszeiten: Eintritt frei. Montag bis Freitag zwischen 7.30 und 10.30 Uhr von April bis September, Montag bis Freitag zwischen 8 und 11 Uhr von Dezember bis März. In den Monaten Oktober und November bleibt das Mausoleum geschlossen, dann wird der Leichnam generalüberholt. Taschen, Foto- und Filmkameras müssen an der Rezeption abgegeben werden, Preis: 4000 Dong.

Internet: Ho-Chi-Minh-Mousoleum (Lăng Chủ tịch Hồ Chí Minh)

Onkel Hos Haus

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Hanoi – Ho Chi Minh Museum

Das kleine schlichte Holzhaus im weitläufigen Park des Gouverneurs ließ sich Ho Chi Minh 1958 errichten. Hier lebte, arbeitete und leitete die Geschicke des Landes zwischen 1958 und 1969. Das Haus ist im nüchternen, jedoch geradlinigen Tay-Stil errichtet. Es umfaßt im oberen Geschoss lediglich ein Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer. Im unteren Teil befindet sich die Kochstelle und der Empfangsbereich für Gäste. Vor dem Haus erstreckt sich ein Lotosteich, an welchem der „Vater des vietnamesischen Sozialismus“ zu meditieren pflegte, Gedichte schrieb und seine Goldfische fütterte.

Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 11 und 14 bis 16 Uhr. Eintritt: 5000 Dong. Wer vorher das Mausoleum besuchte, darf sein Gepäck und die Kameras vorher abholen und mit hinein nehmen.

Kurzbiographie Ho Chi Minh (viet. Hồ Chí Minh, Ho mit dem klaren Willen)

  • 1890: Ho Chi Minh wird am 19. Mai als Sohn eines Bauern in Hoang Tru nahe Vinh geboren. Zur Geburt erhält er den Namen: Nguyen Sinh Cung.
  • 1900: Nach altem Brauch erhält der Junge zum 10. Geburtstag einen neuen Namen: Nguyen Tat Thanh (Nguyen, der erfolgreich sein wird).
  • 1905 – 1909: Besuch mehrerer Gymnasien, unter anderem das Lycée Quoc Hoc in Hue.
  • 1911: Einschiffung als Küchenjunge Ba nach Marseille.
  • Bis 1917: Wanderjahre mit Aufenthalten in den USA und Großbritannien.
  • 1917 bis 1924: Arbeit als Küchenjunge, Koch, Fotolaborant und Journalist in Paris. In Paris tritt er unter dem Namen Nguyen Ai Quoc (Nguyen, der Partriot) auf.
  • 1920: Ho Chi Minh ist Gründungsmitglied der KPF.
  • 1924 bis 1925: Studium in Moskau
  • 1925 bis 1927: Aufenthalt in China, Gründung der Thanh Nien (Bund der revolutionären vietnamesischen Jugend).
  • 1930: Gründung der KPV in Hongkong.
  • 1934 bis 1938: Studium in Moskau
  • 1941: Rückkehr nach Vietnam, Gründung des Viet Minh (Liga unabhängiges Vietnam)
  • 1942: Annahme des Namens Ho Chi Minh.
  • 1945: 2. September: Verlesung der Unabhängigkeitserklärung Vietnams.
  • 1946: Verhandlungen mit Frankreich, Aufruf zum Aufstand
  • 1947 bis 1954: Exilregierung im Dschungel von Cao Bang
  • 1954. Frankreich kapituliert, Mai, Teilung Vietnams durch die Westmächte
  • 1960: Beschluss, die Befreiungsfront in Südvietnam zu unterstützen.
  • 1964: Beginn des Vietnamkrieges
  • 1969: 2. September, Ho Chi Minh stirbt in Hanoi. Öffiziell wird der Todestag auf den 3. September gesetzt, damit seit Todestag nicht mit dem Tag der Unabhängigkeitserklärung zusammenfällt.

Ho-Chi-Minh-Museum (Bảo tàng Hồ Chí Minh)

Zum 100. Geburtstag Ho Chi Minhs wurde ein zweiter Klotz hinter dem Mausoleum errichtet. Dieses Bauwerk ist ein Gemeinschaftswerk vietnamesischer und russischer Künstler und Architekten.

  • 1. Stock: Vergangenheit, zeigt das Leben Ho Chi Minhs in Fotografien, Handschriften, Zeitungsartikeln etc.
  • 2. Stock:  Gegenwart, zeigt heimische Kunst und Geschichte Vietnams

Öffnungszeiten: täglich, außer Montag und Freitag, von 8 – 12 und 13.30 – 16.30 Uhr. Eintritt: 5000 Dong.

Internet: Ho-Chi-Minh-Museum (Bảo tàng Hồ Chí Minh)

Chùa Một Cột, Hanoi, Vietnam, Südostasien, Asien, Indochina, Ein Pgahl Pagode, Pagode, Chua, Gotteshaus, glauben

Hanoi – Ein Pfahl Pagode

Chùa Một Cột – die Ein Pfahl Pagode

Die Chùa Một Cột ist eines der ältesten Baudenkmäler Hanois. Sie wurde um1049 erbaut und ist heute mehr eine Rekonstruktion als ein Original. Die Entstehung der Pagode beruht mehr auf einer Legende, die erzählt: Eines Nachts erschien dem kinderlos gebliebenen Kaiser Ly Thai To im Traum die Göttin Quan Am auf einer Lotosblüte. Die Göttin hielt dem Kaiser einen Jungen entgegen. Daraufhin wurde ihm bald ein männlicher Nachfahre geboren, worauf der Kaiser den Bau einer Pagode in Form einer offenen Lotosblüte anordnete.

Ursprünglich befand sich die Chua auf einem gewaltigen Baumstumpf, der ebenfalls einer Legende nach 40 m hoch gewesen sein soll. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Pagode mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, dadurch veränderte sich ihr Aussehen mehrfach. Das letzte Mal wurde sie 1954 von den Franzosen dem Erdboden gleich gemacht. Sie taten dies aus Wut, weil sie Hanoi verlassen mussten. Die heutige Chua ist eine Rekonstruktion aus den Überresten, welche man vor Ort noch fand. Leider wurde sie auf einem unschönen Betonpfeiler errichtet.

Eine kleine Treppe führt in den ebenfalls kleinen Kultraum der Göttin Quan Am. Sie wird heute wieder verstärkt von Frauen besucht, welche einen Kinderwunsch hegen.

Öffnungszeiten: täglich von 8 bis 16.30 Uhr, Eintritt frei.

Internet: Chùa Một Cột – die Ein Pfahl Pagode

Anreise zum Ba-Dinh-Platz in Hanoi

Bus Nr. 9, (Bo Ho – Thu Le) verkehrt zwischen Hoan Kiem See (Nordufer) und Mausoleum, aussteigen an der Ecke Le Hong Phong/ Doi Can, alle 10-15 min zwischen 5 und 20 Uhr, 2500 Dong

 


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Vietnam – Reportagen aus dem Land der Drachen und Feen

Vietnam - Reportagen aus dem Land der Drachen und Feen

Vietnam – Reportagen aus dem Land der Drachen und Feen

Oktober 2017 – ISBN: 978-3-7448-1106-4 – 136 Seiten – 27 s/w Fotos – 7,99 Euro

Vietnam, das kleine China im Süden, das ist eine mehr als tausendjährige Geschichte des Kampfes um seine Freiheit. Vietnam ist eine Entdeckungsreise, extrem lang gezogen und gebirgig von den Landesgrenzen Kambodschas und Laos bis zum Südchinesischen Meer. Dazwischen liegt ein ehrgeiziges Land. Ein Volk der Drachen und Feen, wie sich die Vietnamesen gern sehen. Ein Volk mit scheinbar unerschöpflichem Fleiß ausgestattet, aufbegehrend gegen ihre Besatzer, zugleich anschmiegend an ihre Invasoren.

Der Autor nimmt den Leser mit in das Wechselspiel zwischen Ahnenkult, Sozialismus und Globalisierung. Er taucht ein in das harte Leben der Reisbauern, deren Jugend nach westlichen Werten strebt, genießt die herzliche Gemeinschaft des Dorflebens und unternimmt eine Zugreise von Hanoi nach Saigon im Wiedervereinigungs-Express. Er besucht eine der schillerndsten und ungewöhnlichsten Religionsgemeinschaften der Welt, die Cao Ðài, spricht mit Studenten und Professoren, Reisbauern und einer caodaistischen Seherin.

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