Vietnam Reiseführer: Saigon – Amerikanisches Viertel

Vietnam Reiseführer: Saigon – Amerikanisches Viertel

Übernachten, Einkaufen und Flanieren

Vietnam Saigon amerikanisches Viertel, Backpacker Viertel

Nirgends in Südostasien kann der Reisende so günstig in einer Großstadt übernachten wie im  Amerikanischen Viertel in Saigon. „Quartier der billigen Hotels“ nennt man die ehemalige Amüsiermeile der GIs, die Bahnhofsstraße Pham Ngu Lao (viet. Khu phố Phạm Ngũ Lão). Heute ist die Kreuzung Phạm Ngũ Lão und Đề Thám eher als Backpacker-Viertel (viet. khu Tay ba lô – westliche Rucksäcke) von Saigon bekannt. Das amerikanische Viertel gilt als idealer Startpunkt für eine Reise durch Vietnam.

1954 hatten die Weltmächte Vietnam geteilt, die neue Hauptstadt hieß Saigon. Die USA brachte Südvietnam nicht nur in politische, sondern vor allem in seine wirtschaftliche Abhängigkeit. Aus dem kolonialen „Paris des Ostens“ wird eine geschäftige Garnisonsstadt. Schnell wuchs Saigon auf zwei Millionen Einwohner an und Vororte verschmolzen mit der Konsummetropole. Es entstanden Militärkomplexe, wie der Tan-Son-Nhat-Airport, erste Hochhäuser und Hotels, gar ganze Hoteltempel. Aus der einstigen Flaniermeile Pue Catinat wird die „Hure Vietnams“, eine Amüsierstrasse mit duzenden Tanzbars und Stundenhotels. Nicht nur die Besucher konnten das Flackern der Neonlichter von weitem erkennen. Damals kamen vor allem Diplomaten und Kriegsberichterstatter aus allen Herren Ländern. Sie tauschten Informationen im Continental oder auf dem Dachgarten des Rex aus. Und während sie einen Martini nach dem anderen in sich kippten, entstanden an den Rändern Saigons erste Slums aus Pappkartons, Bierkästen gesäumt mit Colabüchsen. Daran fuhren die Besucher mit dem Auto, doch meist mit dem Zug vorbei, wenn sie auf dem Landweg zur Hauptstadt reisten. Ihr Start- und Zielpunkt war der Hauptbahnhof in der Pham Ngu Lao. Gleich gegenüber befand sich der Ben-Thanh-Markt, dahinter das Terminal der Stadtbusse und wenn der Ankommende den Bahnhof Stadtauswärts verließ, befand er sich mitten auf der Strasse der Geschäftigkeit, Freuden und leichten Bekanntschaften, wo die GIs zu Hause waren.

Der Bahnhof steht heute nicht mehr. Das Viertel hat sich verändert. Die Hotels sind schmucker geworden, die Geschäfte sauberer und der Park lädt zum Verweilen ein. Erste Backpacker kamen, blieben und verbreiteten die Kunde von billigsten Übernachtungen in einer Großstadt Südostasiens. So ganz ist das heute nicht mehr, obgleich Vietnam noch immer zu den günstigen Reisezielen der Welt gehört. Auch hier haben sich die Preise nach oben entwickelt.

Dennoch, hier ist alles auf einer minimalen Fläche konzentriert, was im touristischen Dienstleistungsgewerbe, wie Hotels, Pensionen, Cafes, Bars, Souvenirläden, oft auch Kriegsstücke, DVD’s, Markenkleidung (oft nicht original, besonders, wenn sie sehr billig sind) etc., notwendig ist und dem zahlenden Touristen zu seinem Vergnügen dient.

 

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Übernachten

Hochhaushotel „Liberty 4“: stammt aus der amerikanischen Ära und wurde in den 90ziger Jahren umfassend renoviert. Die preiswertesten Zimmer befinden sich im hinteren Teil des Hotels. Diese haben eine schlechte Aussicht, dafür sind sie ruhiger. Pham Ngu Lao 265

An An: elfstöckiger Turm mit Dachrestaurant und Lift. 20 geräumige Zimmer, mit TV, Minibar und DSL-Anschluss, Bui Vien 40, Tel. : 8378087

Gia Vien Hotel: nicht besonders groß, aber top Service, 175/4-6 Phạm Ngũ Lão (PNL)

Beautiful Saigon Hotel: modern, sauber, alles was notwendig ist,  62 Bui Vien street, District 1

Madame Cuc 127: sehr komfortable und freundlich. Alle Mahlzeiten im Preis inbegriffen. 18 Zimmer, Cong Quynh 127, Tel.: 090 390 62 50

Madame Cuc 184: gleich gegenüber. 20 Zimmer, Tel.: 38 361 679.

Duc Vuong Hotel: sehr großes Hotel, ruhig, 195 Bui Vien

Hong Han: Minihotel mit Terrasse ohne Lift, 238 Bui Vien, District 1

Hinweis: Einige Hotels versuchen den Zimmerpreis durch überhöhte Telefonrechnungen aufzubessern. Dies wird selbst dann versucht, wenn der Gast das Zimmertelefon nicht benutzt hat. Telefonieren Sie besser von der Rezeption aus und bezahlen den Anruf sofort. Oder Sie gehen zur Post und lassen sich dort mit dem Empfänger verbinden.

Reiseagenturen

Vergleichen Sie vor der Buchung eines Ausfluges oder Reise immer die Preise und die dazugehörigen Leistungen. Finden Sie heraus, ob der Anbieter Veranstalter oder lediglich Vermittler der Reise ist. Besonders Hotels treten gern als Vermittler in Aktion, dabei ist der Preis genauso hoch wie beim Veranstalter, allerdings zieht sich das Hotel eine Vermittlungsgebühr, die wiederum die Leistung des Veranstalters mindert. Erkundigen Sie sich gleichzeitig nach der Zuverlässigkeit des Veranstalters. Um die Preise vergleichen zu können erkundigen Sie sich nach dem Preis für zwei Personen. Dabei erhalten Sie ein gutes mittel, da sie zwischen ein und fünf Personen kaum differieren. Bei mehr als fünf Personen wird es oft teurer und die Individualität sinkt, z. Bsp. größeres Fahrzeug, nicht jeder Wunsch des Einzelnen kann berücksichtigt werden, gerade dann, wenn man sich in Wartelisten einträgt. Hier kann man sich vorbeugend Gleichgesinnte selbst suchen.

Neben vielen kleineren Agenturen gibt es zwei größere und empfehlenswerte:

SinhTourist: sehr großes Reisebüro mit viel Routine, Touren werden kaum individualisiert, sind aber umfassend, 246 De Tham

Sinh Balo Adventures: eines der besten und erfahrensten Reisebüros in Vietnam. Bietet neben den gängigen Touren auch Spezial-Touren, z. Bsp: Fahrrad- und Motorrad-Reisen. Pham Ngu Lao 283/20

Wer es individueller und oder spezieller mag:

Exo Travel: rein ausländisch geführter Reiseveranstalter, sehr professionell, 261-263 Phan Xich Long (Phu Nhuan)

Vietnam Bike Tours: Anbieter von Fahrradtouren in Saigon und Umgebung, bzw. Mekong-Delta, auch in die Nachbarstaaten, 126 Dinh Bo Linh (Binh Thanh Dist.)

 

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Einkaufen

Ben-Thanh-Markt: ist der größte Markt Saigons. Mit seinem Uhrturm ist er das Wahrzeichen der Stadt. Was es dort nicht zu kaufen gibt, wird der Besucher in der Stadt nirgends finden: Obst und Gemüse, Fleisch und Fisch, Gewürze und Tabak, Schuhe und Hüte, aller Art Haustiere und Werkzeuge, über Stoffe und Spielzeug, bis Mäntel und Baumaterial.

Der Markt wurde 1914 von den Franzosen erbaut und bildet noch heute den Verkehrsknotenpunkt Nummer Eins in Saigon. Über die Le Loi erreicht man die Oper, das Rathaus und die größeren Hotels im Zentrum. Die Ham Nghi führt direkt zum Fluss und den Bootsanlegestellen und die Tran Hung Dao zum chinesischen Viertel Cho Lon. Gegenüber des Marktes, wo einst der Bahnhof stand, befindet sich der Busbahnhof, von welchem fast alle städtischen Buslinien und die meisten Fernbusse abfahren.

Öffnungszeiten: täglich 8 bis 20 Uhr, Ecke LeLoi und Le Lai, gegenüber der beiden Denkmäler: Tran Hguyen Han, der im 13. Jahrhundert erstmals Brieftauben als Kuriere benutzte, Quach Thi Trang, die Studentin wurde 1963 bei einer Demonstration gegen den amerikanischen Stadthalter Diem erschossen.

Thai-Binh-Markt: Lebensmittelmarkt an der Ecke Pham Ngu Lao und Cong Quynh. Öffnungszeiten: täglich 8 bis 20 Uhr.

Kleine Supermärkte: Hanoi Markt, Cong Quynh 189 und der Coop Markt, Cong Quynh 189C.

Bücher: kleiner Laden mit englischen Reiseführer und vietnamesischen Klassikern, Pham Ngu Lao 179

 

Essen

Vietnam, Saigon, amerikanisches Viertel, Backpacker ViertelAn den beiden Hauptstraßen wird Fastfood meist Pizza, Pommes und Spaghetti serviert. Die Öffnungszeiten sind, wenn nicht anders angegeben, täglich von 8 bis 22 Uhr.

Street Food: gibt es entlang der Gasse 241 PNL.

Banh Mi Huynh Hoa: Saigon Sandwich, Baguette gefüllt mit Pate, Wurst, Saucen etc., 26 L Thi Rieng

Mumtaz: indisch-vietnamesische Küche, 274 Bui Vien

Pho Quynh: vietnamesische Küche, 323 PNL

Wrap & Roll: vietnamesisches Fastfood, 226 De Tham

Le Pub: Mischung aus Cafe und Pub, 175/22 PNL

Neben diesen Möglichkeiten zu Essen gibt es noch eine Reihe Garküchen und kleineren Restaurants, die eröffnet und wieder geschlossen werden.

Unterhaltung

Fuse: Club und Bar mit Lounge Bereichen im Außenbereich, Hip Hop und House Musik, 138 Le Lai

Gossip: Disco mit Eintritt, 79 Tran Hung Dao

 

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Nützliche Gebäude

Post: Telefon, Briefmarken, keine Postkarten, Faxgerät, Öffnungszeiten täglich von 8 bis 18 Uhr, Pham Ngu Lao 303 und Bui Vien 14

Apotheken: 307 PNL, 40 Bui Vien und 154 Bui Vien

Bank: Sacombank: zur Abhebung mit der VISA-Karte und American Express, Öffnungszeiten täglich von 7.30 – 11.30 Uhr und 13 – 16.30 Uhr, Automaten 24 h, Nguyen Thai Hoc 211.

Wäsche: in den oben genannten Hotels: Preis 4500 Dong pro Kilogramm.

Anreise

Vom Flughafen: Bus Nr. 152 verkehrt zwischen Terminal und Pham Ngu Lao, ca. 6000 Dong

Vom Bahnhof: Busse halten an der Hoa Hung. Vom Ben-Thanh-Markt Busse Richtung Cu Chi, 2800 Dong.

Xe Om: 20000 Dong.

Adresse: Pham Ngu Lao (viet. Phạm Ngũ Lão), Saigon

 

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Reiseführer Vietnam:

  • Vietnam, Stefan Loose Travel Handbücher, Dumont Reiseverlag, 24,99 Euro, 2018, 6. Auflage (seit der 5. Auflage beim Dumont Verlag, gab es vorher schon beim Stefan Loose Verlag) wie gewohnt gibt es fundierende Reiseinformationen, der Spezialist für Reisen nach Südostasien. (bei amazon ansehen)
  • W.-E. Bühler, H. Kothmann; Vietnam, Reise-Know-How Verlag, 24,90 Euro, 2018, 13. Auflage, (bei amazon ansehen) erweist sich dem Stefan Loose Travel Handbuch als ebenbürtig.
  • M. Heyder, Kultur Schock Vietnam, Reise-Know-How Verlag, 14,90 Euro, 2007, 9. Auflage, dient der Ergänzung zum Reiseführer, um ein wenig mehr über Land und Leute zu erfahren. (bei amazonansehen)
  • weitere Reiseführer über Vietnam bei amazon ansehen

 


Vietnam Rundreisen & Flüge

 


weitere Reiseinformationen zu Vietnam:

 


Vietnam – Reportagen aus dem Land der Drachen und Feen

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Vietnam – Reportagen aus dem Land der Drachen und Feen

Oktober 2017 – ISBN: 978-3-7448-1106-4 – 136 Seiten – 27 s/w Fotos – 7,99 Euro

Vietnam, das kleine China im Süden, das ist eine mehr als tausendjährige Geschichte des Kampfes um seine Freiheit. Vietnam ist eine Entdeckungsreise, extrem lang gezogen und gebirgig von den Landesgrenzen Kambodschas und Laos bis zum Südchinesischen Meer. Dazwischen liegt ein ehrgeiziges Land. Ein Volk der Drachen und Feen, wie sich die Vietnamesen gern sehen. Ein Volk mit scheinbar unerschöpflichem Fleiß ausgestattet, aufbegehrend gegen ihre Besatzer, zugleich anschmiegend an ihre Invasoren.

Der Autor nimmt den Leser mit in das Wechselspiel zwischen Ahnenkult, Sozialismus und Globalisierung. Er taucht ein in das harte Leben der Reisbauern, deren Jugend nach westlichen Werten strebt, genießt die herzliche Gemeinschaft des Dorflebens und unternimmt eine Zugreise von Hanoi nach Saigon im Wiedervereinigungs-Express. Er besucht eine der schillerndsten und ungewöhnlichsten Religionsgemeinschaften der Welt, die Cao Ðài, spricht mit Studenten und Professoren, Reisbauern und einer caodaistischen Seherin.

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