Mongolei Reiseführer: Ulan Bator – Gandan Kloster

Mongolei Reiseführer: Ulan Bator – Gandan Kloster

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) - Mongolei

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) – Mongolei

Ein Hauch von Tibet vermittelt das Gandan-Kloster. Es ist das größte, noch aktive Kloster der Mongolei. Dem aufmerksamen Kenner entgehen kaum die architektonischen Wurzeln Tibets, welche der mongolischen Bauweise zu Grunde liegen. Die alten Traditionen des Buddhismus in der Mongolei nehmen wieder ihren Lauf.

Das Kloster zeigt ein interessantes Stück Geschichte, Leben des Lamaismus und die tibetischen Wurzeln des mongolischen Buddhismus.

Das Gandan-Kloster ist das größte, noch aktive Kloster der Mongolei, welches lediglich, bedingt durch den II. Weltkrieg, zwischen 1939 und 1944 seine Arbeit einstellen musste. Im Jahre 1838 während der Zeit der fünften Inkarnation des Bogd Gegeen, beschloss der
damalige Lama Luwsantschultemdshigmid (Amtszeit: 1815 – 1842) einen Tempel errichten zu lassen. Er ließ das alte hölzerne Gebäude auf dem Gelände des Gandan aus dem Jahr 1809 abreißen, und es entstand ein Tempel aus Holz und Lehm. Sein Name „Gandantegtschilen Chied“ bedeutet das „Freudvolle Kloster.“ Hier wurde ein theologisches Seminar und eine Fakultät für Medizin und Astrologie angegliedert. Bald darauf entwickelte sich das Kloster neben dem Kloster in Karakorum zu einem bedeutenden Zentrum des Buddhismus der Mongolei.

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) - Mongolei

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) – Mongolei

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) - Mongolei

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) – Mongolei

Geschichte, Architektur und Anlagen:

Dem aufmerksamen Kenner entgehen kaum die architektonischen Wurzeln Tibets, welche der mongolischen Bauweise zu Grunde liegen. Die Pagodendächer, besonders die der inneren Tempelanlage, sind allerdings typisch chinesisch. Dennoch hatten sich die Erbauer des Komplexes bemüht auch Stilelemente der ursprünglich mongolischen Baukunst einfließen zu lassen, wie beispielsweise das goldene Dach am östlichen Haupttempel. Gleich neben dem Haupttempel existieren kleinere Anlagen. Dort kann man in den morgendlichen Stunden religiöse Zeremonien erleben, junge und alte Lamas bewundern, aber auch zahlreiche Laien bei der Ausübung ihres Glaubens.

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) - Mongolei

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) – Mongolei

Östlich der buddhistischen Hochschule steht ein weiterer einzeln stehender Tempel. Dort befindet sich eine Statue des Megdshid Dshanrajsig. Er ist der Schutzpatron Tibets Bodhisattva Avalokiteshvara, tibetisch Tschenresig, dessen Inkarnation der Dalai Lama ist. Mit dieser Statue wurde am 20. Juli 1911 begonnen. Den Auftrag dazu erteilte der damalige Bogd Gegeen. Zwei Jahre später am 18. August 1913 konnte sie geweiht werden. Sie verkörpert die errungene Unabhängigkeit der Mongolei. Allerdings verbindet diese Statue noch den Wunsch des Bogd Gegeen, dass sich sein Augenlicht wider verbessern würde. Im Volksmund wird er oft als Buddha des Augenlichts bezeichnet. 1938 wurde die Statue von Mongolen und Russen demontiert und an einen unbekannten Ort der damaligen Sowjetunion gebracht. Vermutet wird, dass sie sich im Fundus der Eremitage befindet. Dies konnte bis heute nicht bestätigt werden. Viel wahrscheinlicher erscheint der Fakt, dass sie zerstört wurde. Anfang der 90ziger Jahre entschlossen sich die Mönche eine Kopie anzufertigen. Die Finanzierung des Projektes von einer halben Million Euro wurde durch die wenigen Gläubigen der Mongolei, vieler ausländischer Firmen und Tibetischer Mönche bewerkstelligt. Am 26. Oktober 1996 konnte das Kunstwerk durch den Chamba-Lama eingeweiht werden. Die Statue hat eine Höhe von 26,5 Metern und bringt über 90 Tonnen auf die Waage. Verarbeitet wurde das Beste vom Besten: 2100 verschiedene Edelsteine, 9 kg Gold, 25 kg Silber, 20 Tonnen Kupfer, 27 Tonnen Stahl, 15 Tonnen Gips und mehr als 30 Tonnen Zement.

Leben im Tempel:

Im Innenhof befindet sich eine Tempelbibliothek. Sie beherbergt mehr al 50000 Bücher und Handschriften. Hier gibt es auch die komplette, 108 Bände umfassende Ausgabe des Gandshuur, dem Stadtartwerk des tibetischen Buddhismus, dessen Texte mit goldener Farbe auf schwarzem Papier erhalten ist.

Im nordwestlichen Teil der Anlage steht eine übermannsgroße Figurengruppe. Die größte der Statuen zeigt den Tsogkapa, tbetisch Tsong-kha-pa. Er ist der Reformator des tibetischen Buddhismus und Gründer der Gelugspa-Sekte. Besser bekannt ist sie unter dem Begriff Gelbmützen, tibetisch dge-lugs-pa (tugendhaft). Diese 15 kg schwere Silberstatue wurde im 16. Jahrhundert von einem westoiratischem Künstler gegossen.

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) - Mongolei

Gandan Kloster in Ulan Bator (Ulaanbaatar) – Mongolei

Heute leben im Kloster wieder mehr als 300 aktive Lamas, 100 Lama-Schüler und 40 Studenten des Buddhismus. Die Hochschule innerhalb des Klosters wurde bereits 1970 gegründet. Zischen 1970 und 1990 konnten 80 Lama-Studenten ihr Studium dort absolvieren und zu Ende führen. Heute werden jährlich bereits 10 neue Studenten aufgenommen. Es wird eine Auswahl vorgenommen, das der Andrang auf die begehrten Studienplätze immer weiter ansteigt.

Nach Angaben des Oberhauptes der mongolischen Buddhisten Ich Chamba D. Tschojdshamz existieren heute wieder mehr als 160 Kloster, in welchen mehr als 2000 Lamas aktiv sind. Auch werden die alten Klöster wieder hergerichtet und neue können entstehen. Heute ist der mongolische Buddhismus nicht mehr so sehr auf Spendengelder aus dem Ausland angewiesen, inzwischen finanziert der Staat kräftig mit. Die Summen steigen ebenso schnell wie die Armut in der Mongolei.

Reisen in die Mongolei:

Anreise:

Taxi: vom Bahnhof 5 Dollar

Bus: Normalbusse Nr. 15 und 20 fahren zum Suchebaatarplatz, aussteigen nach der Kreuzung Enkh Taivny Örgön Chölöö (Friedensstraße) und Öndör Geegen Zandabazaryn Gudamj. Der Bus biegt in die Ikh Toyruu Strasse ein. Anhaltspunkt zum Aussteigen, aus dem Bus sieht man linker Hand das Gandan-Kloster. Dann zu Fuß auf das Gandan-Kloster zugehen. Die Trolleybusse Nr. 2, 4 und 7 fahren direkt zum Suchebaatarplatz, aussteigen an der Kreuzung Enkh Taivny Örgön Chölöö (Friedensstraße) und Öndör Geegen Zandabazaryn Gudamj. Der Bus biegt in die Enkh Taivny Örgön Chölöö, die Hauptstraße Ulaanbaatars, ein. Anhaltspunkt zum Aussteigen, aus dem Bus sieht man das Gandan-Kloster geradezu, wenn der Bus abgebogen ist, an der nächsten Haltestelle aussteigen und das Stück wieder zurückgehen, bis man rechter Hand das Gandan-Kloster sieht.

Anreise nach Ulan Bator

Flüge:

Flüge: Berlin nach Ulan Bator
Flüge: Frankfurt (Main) nach Ulan Bator

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Mongolei – Reportagen aus dem Land der Mythen

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Wie sich die nomadische Mongolei zu einem konsumorientierten Land verändert hat, in dem westliche Lebensart mehr zählen als die alten Tugenden. Und warum daran auch der Kult um Dschingis Khan nichts ändert.

»Wenn wir, ein ganzes Volk, in gemeinsamer Anstrengung und gemeinsamem Willen, zusammenkommen, so gibt es nichts auf der Welt, was wir nicht erreichen oder lernen könne.« (Süchbaatar)

… Der Blick durch die Tür ist jeden Tag derselbe. Egal wo ihr Ger in der Gobi gerade steht. Eine Gebirgskette, morgens saftig gelb und mittags, blass gelbbraun, am Abend herrlich rötlich und in der Nacht pechschwarz. Auf der weiten Wüstensteppe gibt es glühende Schicksale, deren Puls die Jahreszeiten und deren Herz die Menschen in den Gers sind. Sie singen, während der Wind über das Land streift, das Lied vom Leben. Mag sein, dass die Wüstensteppe für einen Fremden nur ein karg bewachsener Sandkasten ist, für den Nomaden ist es der Gesang der Düne, der sie glücklich macht.

Februar 2015 – ISBN: 978-3-7347-6312-0 – 120 Seiten – 24 s/w Fotos – 8,99 Euro

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