Russland Reiseführer: Baikalsee von A-Z (Teil 1)

Russland Reiseführer: Baikalsee von A-Z

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln um den Baikalsee: südlicher Baikal, Baikalbahn (Teil 1)

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Baikal – geheimnisvoll und unbekannt. Er, das heilige Meer der Russen, der älteste See und zugleich das größte Süßwasserreservoir der Erde ist der Traum eines jeden Sibirienreisenden. Mit der Transsibirischen Eisenbahn am Südufer des Baikals entlang, über die Baikal-Amur-Magistrale zu seinem nördlichsten Zipfel und mit dem Schiff auf ihm unterwegs, erreichen wir auch kleinere Ortschaften entlang der alten Baikalbahn, die Insel Olchon oder die Halbinsel „Heilige Nase“ nahe der Ortschaft Ust-Bargusin.

Diese Reiseinformation gibt die wichtigsten Tipps, ausgewählte Ausflugsziele und Unterkünfte sowie öffentliche Verkehrsverbindungen zwischen den leicht erreichbaren Orten an den Ufern des Baikalsees, der seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt.

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Viele Legenden werden über den See der Superlative im Osten Sibiriens erzählt. Nun, er ist der wasserreichste Binnensee der Welt. Er ist 636 km lang und im Mittel circa 48 km breit. Mit einer Tiefe von 1637 Metern ist er auch der tiefste See der Erde. Beeindruckend ist seine Schönheit, wunderbar sein klares Wasser und beinah einzigartig seine Tierwelt. In seinen Tiefen birgt er Tierarten wie die Baikalrobbe, den Omul und Golomjanka, welche es sonst nirgends auf der Welt gibt. Und in den nahe gelegenen Wäldern leben noch heute Bären, Wölfe und Luchse.

Der von 336 Flüssen gespeiste See entstand vor circa 20 Millionen Jahren aus einem schmalen Grabenbruch zweier tektonischer Platten. Rein statistisch gesehen könnte der Baikal die Angara, den einzigen Abfluss des Sees, noch 400 Jahre speisen, sollten alle Zuflüsse eines Tages versiegen. Andererseits: Würde man alle Flüsse der Erde zusammenschließen und in den Baikal leiten, so bräuchten sie ein gutes Jahr, um ihn wieder zu füllen.

Klima: Die Baikalregion liegt mitten auf dem asiatischen Kontinent, folglich ist das Klima kontinental geprägt. Das bedeutet niedrige Luftfeuchtigkeit und geringe Niederschlagsmengen. Es regnet nicht nur selten, sondern es gibt auch, entgegen den verbreiteten Meinung, wenig Schnee, nur etwa 40 cm im Jahr. Dies gilt nicht für die Westhänge, hier fallen durchschnittlich 90 cm Schnee. Ebenfalls typisch für kontinentales Klima sind die großen Temperaturschwankungen. So können im Winter bis -40°C und im Sommer bis 30°C erreicht werden. Hingegen die Winter, bei entsprechender Kleidung, leicht zu ertragen sind, sollte der Reisende die plötzliche Hitze in den Sommermonaten nicht unterschätzen. Zwischen Anfang Februar und Ende April ist die Eisdecke vollständig geschlossen, so dass sie auch mit einem Fahrzeug benutzt werden kann. Dazu werden viele Strecken geprüft und mit kleinen Bäumchen markiert. Als beste Reisezeit für den Europäer ergeben sich deshalb die Monate zwischen Juli und September.

Uhrzeit: Irkutsk: MEZ + 7h


Sibirien – Reportagen aus Russland, dem Land der Sagen

Sibirien - Reportagen aus Russland, dem Land der Sagen

Sibirien – Reportagen aus Russland, dem Land der Sagen

Ab nach Sibirien, da ist es kalt: undurchdringlicher Urwald, eintönige Tundra, Dauerfrostböden, der Kältepol. Klischees über Klischees, Legenden und Sagen durchziehen unser Wissen, nähren unsere Ahnung. Doch Sibirien heißt, wenn man es aus der Sprache der alten Nomadenvölker übersetzt, nichts weiter als schlafende Erde.

Wagen wir den Weg, benutzen wir die Schneise, welche uns die Transsibirischen Eisenbahn nach Osten vorgibt, bis in den letzten Winkel. Begleiten wir Eisenbahner der Fernostbahn, stoßen wir zu den Wölfen im Baikal-Lena-Naturreservat vor und tauchen ein in die Religion des Lamaismus im Kloster Ivolginsk.

November 2013 – ISBN: 978-3-7322-8689-8 – 120 Seiten – 41 s/w Fotos – 9,99 Euro

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Leicht zu erreichende Orte am Baikalsee:

Die südliche Baikal-Region

Irkutsk

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Russland: Bahnhof Irkutsk

Irkutsk ist die Hauptstadt Ostsibiriens und wohl der wichtigste Anlaufpunkt eines jeden Touristen. Mit knapp 650.000 Einwohnern gilt sie als die bevölkerungsreichste Stadt um den Baikalsee. Ihr Ursprung geht auf einen Kosakentrupp zurück. Auf einem kleinen Hügel wurde 1661 eine Holzfestung errichtet. Somit siedelten immer mehr Menschen, in der Hoffnung auf baldigen Reichtum, in deren Nähe – unter ihnen viele, die für immer nach Sibirien verbannt wurden. Diese Menschen, maßgeblich die Dekabristen, prägten deshalb das Bild dieser verhältnismäßig jungen Stadt. So wurde die Stadt bald Umschlagplatz für sibirische Pelze, Seide und chinesische Tees. Aus diesem Grund, begünstigt durch die Nähe zur Mongolei und zu China, bekam Irkutsk den Beinamen: „Fenster zum Osten.“

weitere Informationen zu Irkutsk (russ.)

Bahn: Irkutsk liegt am Kilometer 5191 der Transsibirischen Eisenbahn. Der Bahnhof befindet sich an der linken, der westlichen, Seite der Angara. Von hier aus fährt täglich ein Zug nach Bratsk zum Anschluss an die Baikal-Amur-Magistrale (BAM). Die Elektritschka verkehrt stündlich zwischen 8 und 22 Uhr zwischen Irkutsk und Sludjanka am südlichen Ufer des Baikals gelegen. Fahrplanauskunft: Tel. 43 17 17.

Flüge:

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Russland: Mit dem Bus zum Baikal

Bus: Oktjabrskaja Revoluzija 11. Der Busbahnhof befindet sich am Ende der Timirjasewa Uliza, nahe des Dekabristen-Museums. Anfahrt mit der Straßenbahn Linie 4. Von hier aus verkehren morgens, gegen 8 Uhr, Busse nach Bratsk und Ust-Ordynskij sowie zur Insel Olchon. 4 Mal täglich fährt ein Bus nach Listwjanka, deren Endstation sich direkt am Baikalsee befindet. Fahrplanauskunft: Tel. 27 24 11. Vor dem Busbahnhof suchen auch Sammeltaxibesitzer ihre Kunden, der Preis ist doppelt so hoch wie der eines Linienbusses, dafür sind diese Taxis schneller und bequemer. Hinweis: alle Fernlinienbusse fahren erst ab, wenn sie ausreichend besetzt sind. Fahrkarten können nur am Schalter im Busbahnhof erstanden werden. Öffnungszeiten: 7 – 18 Uhr täglich, außer sonntags. Wer den ersten Bus nach Listwjanka erreichen möchte, sollte sich bereits ca. 6.30 Uhr vor einem der beiden Gittertüren zum Verkaufsschalter einfinden.

Nach Ulan-Bator (Mongolei) über Ulan-Udé: Bus Nr. 364, Abfahrt täglich 20.10 Uhr, Fahrtzeit 9 Stunden. Von  Ulan-Udé: Bus Nr. 363, Abfahrt vom Busbahnhof täglich 23.50 Uhr, Ankunft in Irkutsk 8.30 Uhr.

Schiff: Anlegestelle östlich des Staudammes im Stadtteil Solnetschny: zu erreichen vom Bahnhof mit dem Bus Nr. 16 zur Haltestelle Pristan Raketa, vom Kirowplatz Bus Nr. 5 zur Endhaltestelle, von dort 500 m zu Fuß. Alle Fahrzeiten müssen vorher erfragt werden. Beschaffung der Fahrkarten über das Touristikbüro im Hotel Baikal oder an den Verkaufsstellen (täglich 10 bis 19 Uhr geöffnet) der Anlegestellen. Die Billets sind in jedem Fall einen Tag im Voraus zu kaufen.

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Richtung Baikalsee: Das Tragflächenboot „Raketa“ verbindet die Orte Port Baikal, Listwjanka, Bolschoije Koty und die Sandbucht miteinander,  3 Mal täglich. Das größere Boot „Kometa“ steuert die Orte Sewerobaikalsk und Nischneangarsk an. Angesteuert wird nicht MRS und die Insel Olchon. Manchmal kann mit dem Kapitän gegen Bares verhandelt werden. Das Boot legt dann selbst nicht an, die Aussteigewilligen müssen auf einen Kutter umsteigen, der sie zur Insel oder MRS bringt. (Es wird der volle Fahrpreis fällig plus der für den Kutter!) Letzterer verkehrt zwischen 15. Juni und 15. September. 2 Mal wöchentlich, Dienstag und Freitag, Fahrtzeit 12 Stunden, einfache Fahrt 1000 Rubel.

Anlegestelle „Retschnoi  Woksal“ am rechten Angaraufer hinter der Angara-Brücke, Boulevard Gagarina: zu erreichen mit den Straßenbahnlinien Nr. 1 und 2 Haltestelle Tschkalowa. Fahrtzeiten für Schiff erfragen, Fahrkarten (täglich 10 bis 18 Uhr geöffnet) in Voraus kaufen.

Richtung Bratsk: 3 x pro Woche über Angarsk (Einfache Fahrt 800 Rubel). Nach Angarsk fährt täglich ein kleineres Boot.

Informationen: Ostsibirische Schiffahrtsgesellschaft

Straßenbahn: Vom Bahnhof erreicht man das Zentrum, Linie 1 und 2, nach drei bzw. vier Haltestellen. Die Fahrscheine können in der Bahn beim Kontrolleur erworben werden. (einfache Fahrt: 5 Rubel)

Unterkünfte: Wohnheim des Gewerkschafts-Fortbildungs-Zentrums, uliza Baikalskaja 263, Einzelzimmer 300 Rubel, Doppelzimmer 450 Rubel.

Hotel Rus, uliza Swerdlowa 19, im Zentrum, Einzelzimmer 1600 Rubel, Doppelzimmer 2900 Rubel beides mit Frühstück.

Hotel  Baikal, früher Irkutsk ehemals Intourist, uliza Gagarina 44, im Zentrum, Doppelzimmer 2650 Rubel, Einzelzimmer 1600 Rubel, beides mit Frühstück, sehr freundlich.

Hotel Arena, uliza Scheljabowa 8 A, Einzelzimmer 800 Rubel, 4-Bett-Zimmer 950 Rubel, Doppelzimmer 1200 Rubel.

Hotel Delta, uliza Karla Liebknechta 58, Doppelzimmer mit Frühstück 3000 Rubel, gehobene Klasse, ruhige Lage.

Listwjanka

Listwjanka ist der von Reisenden meist besuchte Ort am Baikalsee. Nicht nur, weil er am leichtesten und bequemsten erreichbar ist, vielmehr weil er sich für einen Tagesausflug von Irkutsk aus bestens eignet. Der ursprünglich von Fischern und Seefahrern errichtete Ort hat in den letzten zehn Jahren einen Aufschwung zum Tourismus erlebt. Es gibt reichlich ausgeschilderte Wanderrouten, was um den Baikal noch sehr selten ist, ein Dutzend zu Fuß erreichbare Aussichtspunkte und das Baikalmuseum. Von hier aus kann der Besucher bequem eine Rundfahrt auf dem Baikalsee starten oder nach Port Baikal übersetzen, um von dort aus über die Baikalbahn den See zu erkunden. (Reiseführer zu Listwjanka und Port Baikal)

Bus: aus Irkutsk vom Busbahnhof, täglich 9, 14.30, 16.30, 19 Uhr, im Sommer, circa Juli bis August, fährt der Bus auch um 7 Uhr. Listwjanka hat zwei Haltestellen: Baikalmuseum am Ortseingang (hier befindet sich auch die Anlegestelle für die Fährschiffe nach Port Baikal) und Endstation Hafen. Nach Irkutsk vom Hafen: täglich 7, 11, 16.45, 18 Uhr. (Fahrtzeit 1.30h, einfache Fahrt 25 Rubel) Mit dem Linientaxi, welche ebenfalls vom Busbahnhof in Irkutsk abfahren, geht es schneller und bequemer, allerdings ist der Preis doppelt so hoch. Sollte der Reisende doch den letzten Bus verpasst haben, so hat Listwjanka auch einen Taxistand an der Endstation: Tel. 67 10 69.

Schiff: Das Tragflächenboot „Raketa“ verkehrt täglich von Mai bis September zwischen Listwjanka und Irkutsk. Die Fahrt dauert etwa 1.30 h und kostet um die 100 Rubel, je nachdem wie die Nachfrage ist. Die Rückfahrt sollte gleich mit gebucht werden, da das Schiff meist schon voll ist, wenn es von Listwjanka nach Irkutsk zurück fährt. Einen Fahrplan gibt es nicht, die Abfahrt, frühestens 9 Uhr, erfährt man beim Kauf der Karte.

Zwischen Port Baikal und Listwjanka gibt es eine ganzjährige Autofährverbindung: 8.15, 16.15, 18.15 Uhr, Abfahrt Port Baikal: 7.10, 15.50, 17.15 Uhr.

Unterkunft: Baikal-Hotel, (ehemals Intourist) uliza Akademitscheskaja 13, nahe des Baikalmuseums, EZ/DZ ab 1100 Rubel pro Nacht, Mittelklasse.

Sludjanka

Sludjanka ist eine verhältnismäßig junge Gründung am Ufer des Sees. Als man im zu Beginn des 19. Jahrhunderts in den Glimmerstollen den Weißen Marmor entdeckte, wurden hier die ersten Holzhäuser gebaut. Im 20. Jahrhundert kam ein zweiter und heute wichtigster Arbeitgeber in die Stadt, die Bahn. Aufgrund der reichlichen Marmorvorkommen wurde der Bahnhof 1903 komplett aus Marmorblöcken errichtet.

Sludjanka ist ebenso wie Listwjanka für einen Tagesausflug von Irkutsk aus erreichbar. Vier Kilometer vom Bahnhof entfernt in Richtung Kultuk befindet sich eine kleine Halbinsel mit einem Sandstand, der zum Baden einlädt. Ebenfalls an dieser Halbinsel liegt ein Schamanencamp, das zum beliebten Ausflugsziel geworden ist.

weitere Informationen zu Sludjanka

Bahn: Sludjanka befindet sich am Kilometer 5317 der Transsibirischen  Eisenbahn. (siehe Irkutsk) Mit der Elektritschnaja (Vorortszug) von Irkutsk: 9.19, 10.12, 17.37 Uhr, nach Irkutsk: 10.48, 20.35, 22.59 Uhr. Die Fahrtzeit beträgt 3,5h. In 20 Jahren hat sich der Fahrplan lediglich um drei Minuten verschoben. Einfache Fahrt: 80 Rubel.

Bus: Linienbusse verkehren zwischen Kultuk (Zugang zur Baikalbahn) und Baikalsk, Abfahrt vom Busbahnhof uliza Lenina.

Unterkunft: Herberge des Mineralienmuseums, uliza Sljudjankaja 36, DZ 150 Rubel pro Nacht und Person, Mehrbettzimmer 250 Rubel pro Nacht und Person.

Die Westküste des Baikal liegt an einer kargen Steilküste mit einem steinigen Ufer, womit sie wenige touristische Höhepunkte bietet. Einer davon ist die alte Baikalbahn, ein Stück Geschichte, nicht nur für Eisenbahnfreunde sondern auch ein Paradies für Naturliebhaber.

Baikalbahn

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Elektritschnaja – Vorortszug

1899 erreichte die Transsibirische Eisenbahn über Irkutsk, an den Ufern der Angara entlang, den Westen des Baikalsees. Im Jahre 1900 war man am Abfluss der Angara angelangt. So blieb das einzige Nadelöhr zum Anschluss der Eisenbahn an die Ostroute von Wladiwostok der Baikalsee. Bis 1904 behalf man sich damit, die Waggons mit den beiden Schiffen „Angara“ und „Baikal“ der englischen Schifffahrtsgesellschaft „Armstrong“ über den See zu transportieren. Im Winter wurden Schienen über den Baikal gelegt und die Wagons mit Pferden über den Baikal gezogen. Bereits 1898 hatte Zar Nikolai II. den Befehl zum Bau einer Umgehungslinie gegeben. Der russisch-japanische Krieg verschleppte dieses Vorhaben.

Zwischen 1900 und 1904 wurde eine eingleisige Strecke zwischen Port Baikal und Sludjanka errichtet. Auch mit der Fertigstellung des zweiten Schienenstranges zwischen 1911 und 1915 blieb dieser Abschnitt eine Schwachstelle der Transsibirischen Eisenbahn. Der teuerste Abschnitt der gesamten Transsib, nur 87 Kilometer lang, wurde von Zugunglücken und Steinschlägen heimgesucht. Wer den heutigen Streckenabschnitt zwischen Irkutsk und Sludjanka über das Olcha-Plateau kennt, wird sich fragen, warum dieser nicht von Anfang an gebaut wurde. Tatsächlich wurde diese Strecke von den damaligen Konstrukteuren und Ingenieuren in Erwägung gezogen, doch scheiterte dieses Unternehmen an den zu großen Steigungen am Olcha-Plateau, denen die damaligen Dampflokomotiven noch nicht gewachsen waren.

Reisen mit und an der alten Baikalbahn

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Transsibirische Eisenbahn

Einheimische benutzen für alle Streckenabschnitte kaum Ortsnamen, sie sprechen in Kilometerangaben, die der Entfernung von Irkutsk entsprechen. Die Gesamtlänge der Baikalbahn entspricht 159 Kilometer, der erste Streckenabschnitt von Irkutsk bis Port Baikal (Kilometer 72) ist im Zuge der Anstauung der Angara größtenteils unter Wasser geraten, somit ist heute lediglich der zweite bis Kultuk, vier Kilometer nördlich von Sludjanka gelegen, benutzbar.

Diese Strecke lässt sich zu Fuß, per Schiff (weniger reizvoll, da man selten an Land gehen kann) oder mit der Baikalbahn erkunden:

  • Kilometer 72 und 74: Port Baikal Bahnhof, Port Baikal Fähre
  • Kilometer 76: zwei farbige, abstrakt-moderne Felsmalereien
  • Kilometer 79: Turbasa Serebrjany Kljutsch (Silberquelle), Touristenübernachtung mit zwei bis drei Bettzimmern für 13 Personen, mit russischer Banja und Bootsfahrten. Früher war es das Haus des Weichenstellers.
  • Kilometer 80: Turbasa Retro. Die Siedlung Listwentschnij starb in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts beinahe aus. Seit 1996 gibt es hier eine Unterkunft mit Drei- und Vierbett-Zimmern. (Tel.: 25 25 13)
  • Kilometer 88: Kap der Zwangsarbeit. Einst Unterkünfte der chinesischen und russischen Zwangsarbeiter, welche wegen ihrer Teilnahme am Streik auf den Lena-Goldfeldern verurteilt und hierher verbannt wurden. Die am Ufer stehende Ruine war ein Kraftwerk.
  • Kilometer 90: Kap Tolstyj, der markanteste Landvorsprung auf der gesamten Strecke. Botanisches Freiluftmuseum und Anlegestelle für Vergnügungsdampfer, die von Listwjanka kommen.
  • Kilometer 92: Osinovskaja – Eisenbahnunterführung.
  • Kilometer 97 – 98: Ulanowo, Turbasa Chwoinaja, Touristenunterkunft für 22 Gäste im ehemaligen Bahnhof. Ursprünglich sollte hier ein Eisenbahnmuseum entstehen, wovon die zwei Dampfloks, die eigens für diesen Zweck hier abgestellt wurden, zeugen. Beide Loks stammen aus den USA, eine Franklin-Lok und eine Güterzuglok der L-Serie, Beide kamen als Unterstützung im II. Weltkrieg hierher.
  • Kilometer 99: Birkenschlucht, Tunnelunterführung
  • Kilometer 101: nach dem Tunnel Nr. 11 folgt ein Badestrand
  • Kilometer 102: Schumicha, Touristenunterkunft für 18 Gäste.
  • Kilometer 105: weiße Senke. Neben dem Gleis befindet sich eine seltene Kombination aus weißem Marmor und Mineralien.
  • Kilometer 106: Iwanowka
  • Kilometer 107: Ponomarjowka
  • Kilometer 108 bis 110: Zwischen den beiden Tunneln befinden sich die beiden längsten Brücken (64 Meter) der Baikalbahn über den Fluss Polovinnaja.
  • Kilometer 119: Maritui (Bahnhof), größte Siedlung der alten Strecke.
  • Kilometer 120: Maritui Ort
  • Kilometer 121: Landzunge Kirkirje mit drei Kaps.
  • Kilometer 126: riesiger Granitblock
  • Kilometer 129: Baklan
  • Kilometer 130: zwei Brücken über den Fluss Sabartuj. Es folgen drei Tunnel.
  • Kilometer 132: Drei Tunnel. Beliebter Nistplatz von Silbermöwen. Brutzeit von Mai bis August.
  • Kilometer 137: Bahnhof Scharyschalgai. Hier befindet sich das Zentrale Erholungsheim für die Mitarbeiter der Ostsibirischen Eisenbahn. Keine Übernachtungsmöglichkeit für Touristen.
  • Kilometer 140: Zwei Steinviadukte über den Fluss Bolsaja Krutaja Guba.
  • Kilometer 142: Tunnel Nr. 35 (Mitteltunnel) Aussichtsplattform
  • Kilometer 148 – 149: Fluss Angasolka, Stützbucht, alte Mauern noch zu sehen. Diese Bucht ist besonders beliebt für Tagestouristen aus Irkutsk. Zu erreichen mit der Elektritschnaja über den Bahnhof Kultuk. (Tageswanderung von Kultuk circa sechs Stunden hin und zurück)
  • Kilometer 157 und 159: Kultuk Bahnhof, Kultuk Ort, Ausflugs- und Badeort mit weißem Sandstrand. Kultuk ist wahrscheinlich der älteste Ort am Baikalsee. Er wurde 1647 von einem Kosakentrupp gegründet. Vorwiegend dient er heute als Verkehrsknotenpunkt zwischen Bahn, Fernstraße und den Schiffen. Im Ort gibt es ein kleines Lebensmittelgeschäft und zwei Herbergen, die von Bergsteigern über die Sommermonate geführt werden. Die Unterkunft muss in Irkutsk gebucht werden: uliza Gagarina 40, Büro 310, Fax: 34 32 74.

Zug- und Schifffahrt: Im Sommer, zwischen Mai und Oktober, gibt es zwei Züge von Irkutsk nach Port Baikal.

Abfahrt Irkutsk Bahnhof (Baikalbahn): Mittwoch zwischen 7.30 und 8.30 Uhr und Samstag zwischen 7.30 und 8.30 Uhr. Dieser Zug hält nicht an jedem Haltepunkt wie die Elektritschnaja, sondern macht stattdessen längere Pausen, beispielsweise für einen Spaziergang. Ankunft in Port Baikal (der Bahnhof – russisch: Vokzal befindet sich am Kilometer 72 in der uliza Vokzalnaja) gegen 20.00 Uhr. Die Ankunftszeit kann sich erheblich verschieben, z. Bsp. wegen eines Steinschlages, verschüttete Tunnel, umgestürzte Bäume, doch hauptsächlich wegen Warten auf noch nicht zurückgekehrte Fahrgäste (Touristen). In Port Baikal ist eine Übernachtung notwendig, wer mit der Baikalbahn wieder zurück fahren möchte. Die Baikalbahn startet Donnerstag zwischen 7.30 und 8.30 Uhr und Sonntag zwischen 7.30 und 8.30 Uhr nach Irkutsk, Ankunft gegen 23.00 Uhr. Tipp: Wer nur bis Port Baikal und nicht zurück bucht, sollte, sofern er mit dem Schiff nach Irkutsk reisen möchte, die Schiffsfahrkarte gleich mit der Zugfahrkarte buchen, da das Schiff immer überfüllt ist. Andere Rückfahrten nach Irkutsk: siehe Listwjanka obig.

Zugtouren – Anbieter:

RZD Tour: Reisen im Retrozug, 5000 Rubel pro Person, buchbar in den Büros in Moskau oder St. Petersburg, Vor Ort Vertrieb im Bahnhof Irkutsk.

Krugobaikalski Express: Irkutsk, bul. Ggagarina 68, Haus G, von 3500 – 4500 Rubel, je nach Reiseklasse, für Verpflegung plus 1700 Rubel, vermittelt auch Unterkünfte entlang der Baikalbahn-Route.

Fährverbindung zwischen Port Baikal und Listwjanka: Es gibt eine ganzjährige Autofährverbindung:  8.15, 11.15, 16.15, 18.15, 20.45 Uhr,  Abfahrt Port Baikal: 6.40, 10.45, 15.30, 17.15, 20.15 Uhr (Sommerfahrplan)

Unterkünfte: Port Baikal: Baikal, uliza Baikalskaja 11, eine Art Bed & Breakfast, WC, Dusche, Banja, mit Frühstück 500 Rubel pro Nacht. Tel.: (3952) 398460. Für alle anderen, welche zu Fuß mit Zelt unterwegs sind: Pensionen der Ostsibirischen Eisenbahn, Schumicha (Kilometer 102), Chwoinaja (98), Serebrjany Kljutsch (79) können im Büro der Tourismusabteilung in Irkutsk, uliza Borzow Rewoljuzi 2, Büro 2 gebucht werden. Ein Zelt zwischen Kilometer 102 und 156 ist unbedingt notwendig, wenigstens für eine Nacht.


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DVD: Russland – entlang der Transsibirischen Eisenbahn

DVD Transsibirische Eisenbahn DIA-Film, Transsib

DVD Transsibirische Eisenbahn DIA-Film

ein Dia-, Ton- Vortrag (DVD Video) von Jan Balster

Eine ganz besondere und sehr weite Reise. Eine Tour durch acht Zeitzonen. Russland bis tief in den Osten nach Sibirien mit der Transsibirischen Eisenbahn. Entlang der klassischen Route der Transsib, von Moskau über das sibirische Irkutsk, dem Baikalsee, dem heiligen Meer der Russen nach Wladiwostok, fast 9300 Kilometer.

Inhalt: St. Petersburg, Moskau, Ekaterinburg, Irkutsk, Listwjanka und Baikal, Chabarowsk, Wladiwostok
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DVD Spielzeit: 1:15 h, abspielbar mit allen handelsüblichen DVD-Playern, ab 4,99 Euro

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