Russland Reiseführer: Baikalsee von A-Z (Teil 3)

Russland Reiseführer: Baikalsee von A-Z

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln um den Baikalsee: östlicher Baikal, Anreise (Teil 3)

Russland - Transsibirische Eisenbahn Sibirien Zug, Strecke, Ulan Ude

Russland – Ulan Ude an der Transsibirische Eisenbahn – Lenin Denkmal

Baikal – Mit der Transsibirischen Eisenbahn am östlichen Ufer des Baikals entlang, erreichen wir Ulan-Udé und kleinere Ortschaften und Landschaften wie die Halbinsel „Heilige Nase“ nahe der Ortschaft Ust-Bargusin.

Der östliche Baikalsee

Ulan-Udé (Rote-Uda)

Ulan-Udé befindet sich direkt an der transsibirischen Trasse am Kilometer 5647. Die Stadt bildet den Verbindungspunkt von der Hauptroute von Moskau nach Wladiwostok zur transmongolischen Strecke nach Ulan-Bator, weiter nach Peking. Am Zusammenfluss der Selenga und der Uda erhebt sich die Hauptstadt der Republik Burjatien. Hier wirkt Asien, die Stadt ist sehr mongolisch geprägt. Selbst die sowjetischen Plattenbauten wurden schon damals mit burjatischen Ornamenten verziert. Ulan-Udé ist zwar eine Großstadt, doch ist sie wesentlich ruhiger als Irkutsk.

Wie die meisten Gründungen im Baikalgebiet, beginnt auch die Geschichte Ulan-Udés mit einer Kosakensiedlung. Auf dem kleinen Hügel an der uliza Malostoljamaja steht heute ein Gedenkstein, und bezeugt die erste Festung aus dem Jahre 1666. Die Festung diente ursprünglich der Steuereintreibung und militärischen Zwecken. Erst im 18. Jahrhundert ließen russische Siedler die kleine Siedlung zu einer Stadt anwachsen. Ein Handel mit dem gesamten südlichen Baikalgebiet und der Mongolei begann, eine Kirche wurde gebaut. Die erste russische Stadt, in welcher asiatische Waren über die Teestrasse vertrieben worden, war entstanden. Erst im 19. Jahrhundert wurde der Handelshof errichten und so kamen die ersten Kaufleute, denen die repräsentativen Villen zu verdanken sind, in den Fernen Osten. Diese investierten nicht nur in den eigenen Luxus, Ivan Goldobin, der reichste unter ihnen, stiftete ein Krankenhaus und das erste Waisenhaus am Baikal. In seinem Wohnhaus, uliza Lenina 26, befindet sich heute das Städtische Museum.

Mit dem Anschluss an die Transsibirische Eisenbahn im Jahre 1905 veränderte sich die Stadt rasant. Die Einwohnerzahl stieg, Arbeitsplätze entstanden. Nach den Wirren des Bürgerkrieges 1919 wurde Ulan-Ude, dessen burjatischen Name erst 1934 verliehen wurde, zur Hauptstadt Burjatiens erklärt.

Sehenswert sind neben der uliza Lenina mit ihren Kaufmannsvillen die Dreifaltigkeitskirche aus dem Jahr 1809, die Himmelfahrtkathedrale, die Synagoge in der uliza Smolina 8 und der Tempel des russischen Buddhismus. Auf dem Platz der Räte erstrahlt das größte Lenin-Denkmal der Welt. Ein burjatisches Sprichwort sagt, dass die besiegten Herrscher auf dem Hauptplatz zur Schau gestellt werden. Unterhält man sich mit den Einheimischen über dieses Kapitel Russlands, so kommt häufig zur Sprache, dass eigentlich ein anderer Kopf, Stalin, dort ausgestellt sein müsste, denn immerhin haben sie es Lenin zu verdanken,  wie viele Minderheiten in Russland eine eigene Republik zu gründen. Doch die Hauptattraktionen dieser Stadt liegen etwas außerhalb, das Freilichtmuseum für Völkerkunde und das buddhistische Kloster Iwolginsk. weitere Ulan-Udé Informationen (russ.)

Bahn: Transsibirische Eisenbahn Informationen siehe Irkutsk.

Nach Irkutsk: Transsibzüge: Nr. 1, 7, 349, 339, 827 am Tag, 363, 125 über Nacht am Baikalsee.

Von Irkutsk: 350, 340, 78, 826 am Tag, 364, 126 über Nacht.

Bus: Busbahnhof, uliza Sowjetskja, von hier fahren alle Überland-Linienbusse ab, nach Ust-Bargusin, zum Freilichtmuseum und zum Kloster Iwolginsk. Vom Hauptbahnhof fahren die Linienbusse nach Irkutsk entlang des südlichen Ufers des Baikals und nach Tschita.

Ulan-Udé nach Irkutsk: 5 Mal am Tag und 1 Mal pro Nacht, 7 Stunden Fahrzeit für 750 Rubel.

Unterkunft: Hotel Geser, uliza Ranschurowa 11, über die große Fußgängerbrücke des Bahnhofes gelangt man ins Zentrum, vom Bahnhof in 10 min zu Fuß zu erreichen, sehr angenehmes Haus, freundlich und hilfsbereit, Einzelzimmer ab 2100 Rubel, Doppelzimmer 750 Rubel beides inklusiv Frühstück. Im Hotel, in der untersten Etage, befindet sich der Tourenanbieter BaikalTour, dort wird auch deutsch gesprochen (alle anderen Anbieter nur Russisch und ein klein wenig Englisch), bedauerlicherweise unfreundlich und unkooperativ zu ihren überhöhten Preisen. Selbst bei fließendem Russisch, verstehen sie nur: Sie wollen bei uns buchen. Informationen zum Hotel

Hotel  Baikal Plaza, uliza Jerbanowa 12, Blick auf den Platz der Räte, im Zentrum, wunderbares Flair, freundliches und hilfsbereites Personal, inzwischen sind alle Zimmer renoviert, Einzelzimmer ab 3500 Rubel, Doppelzimmer ab 4200 Rubel beides inklusive Frühstück. Auch dieses Hotel hat einen Tourenanbieter im Haus. Nur Russisch, zuvorkommend und faire Preise für Ausflüge zum Kloster Iwolginsk und zum Freilichtmuseum. Informationen zum Hotel

Russland Lamakloster Iwolginsk

Russland Lamakloster Iwolginsk

Ust-Bargusin

Einer der ältesten Orte, 1666 gegründet, am Ufer des Baikals. 1952 wurde der Ort vom Ufer weg verlegt. Man befürchtete mit Errichtung des Staudammes in Irkutsk, der Wasserstand des Baikalsees würde sich erhöhen. Diese Befürchtung war unbegründet. Vom alten Ort ist nichts mehr zu sehen, da man die sibirischen Holzhäuser leicht auseinander nehmen und an einem anderen Ort wieder aufbauen kann. Hier entstand 1922 die erste große Fischfabrik am Baikalsee. Sie gehörte bis zur Enteignung 1935 den Gebrüdern Wassermann, einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Posolsk. Mitte des 20. Jahrhunderts lebten bereits 1500 Menschen im Ort, die Infrastruktur wurde ausgebaut. Heute gibt es in Ust-Bargusin keine staatlichen Arbeitgeber mehr, die Fischfabrik, das Traktorenwerk und die Baufirma mussten inzwischen schließen. So leben die Bewohner vom Fischfang und Tourismus. Angesichts der nahe gelegenen Halbinsel „Heilige Nase“ bietet der Ort einen idealen Ausgangspunkt für Trekkingtouren und Bootswandern. Im Nationalpark „Sabaikalski“ ist ein Führer unerlässlich. Der Strand von Ust-Bargusin zieht sich über sechs Kilometer an der gleichnamigen Bucht hin. Vom Ort bequem zu erreichen, circa vier Kilometer.

Bus: Haltestelle an der Spitzen Ecke uliza Lenina und uliza Boscharowa, auf der Höhe uliza Frunse.

Aus Ulan-Udé: Linienbus 7.30 Uhr und Linientaxi 7.00 Uhr.

Nach Ulan-Udé: Linienbus 8.00 Uhr und Linientaxi 7.00 Uhr.

Unterkunft: Visit-Zentrum, Informations- und Vermittlungsbüro: Ende uliza Lenina, Höhe uliza Tschapajewa, Montag bis Freitag 10 – 18 Uhr, im Sommer um die Mittagszeit auch Samstag und Sonntag. Hier kann man beinah alles ausleihen: Zelte, Isomatten, Fahrräder etc. Touren werden angeboten und Kulturführungen. Seit 2005 bietet das Zentrum auch eigene Unterkünfte an. Alle Unterkünfte haben den gleichen Standard, Innentoilette und Innenwaschbecken, 1150 Rubel Verpflegung, 1450 – 1750 Rubel pro Nacht und Zimmer, 2 – 3 Bett Zimmer.

Pension  Alexander Beketov,  Bol’nichnyy Pereulok dom 9,  spricht englisch, Zimmer ab 2000 Rubel

Yurta U Pavla (Übernachtung in der Jurte): poselok Ust- Barguzin, ostrov Svyatoi nos, nur russisch, Bett ab 900 Rubel

Bargudzhin-Tokum: uliza Gorkogo, ab 2000 Rubel, kinderfreundlich

Hinweis: Alle Angaben in diesem Beitrag beziehen sich auf die vorherrschende Ortszeit. Die Uhren auf den Bahnhöfen zu den Bahnsteigen hin zeigen immer Moskauer Zeit, zur Ortschaft hin immer die Ortszeit.

Angesichts der nahe gelegenen Halbinsel „Heilige Nase“ bietet der Ort einen idealen Ausgangspunkt für Trekkingtouren und Bootswandern.

Anreise:

Flugzeug: von Moskau oder Nowosibirsk über Flughafen Irkutsk (Linientaxi Nr. 20 oder Bus Nr. 20 fährt ins Zentrum) oder Ulan-Udé.

Flüge: Frankfurt (Main) nach Irkutsk
Flüge: Berlin nach Irkutsk

Bahn: von Moskau über die Transsibirische Eisenbahn nach Irkutsk, entlang des Südbaikals nach Ulan-Udé, oder über Baikal-Amur-Magistrale nach Sewerobaikalsk am Nordufer des Baikalsses. weitere Reiseinformationen zur Transsibirische Eisenbahn

*Alle Preisangaben ohne Gewähr


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Sibirien – Reportagen aus Russland, dem Land der Sagen

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Ab nach Sibirien, da ist es kalt: undurchdringlicher Urwald, eintönige Tundra, Dauerfrostböden, der Kältepol. Klischees über Klischees, Legenden und Sagen durchziehen unser Wissen, nähren unsere Ahnung. Doch Sibirien heißt, wenn man es aus der Sprache der alten Nomadenvölker übersetzt, nichts weiter als schlafende Erde.

Wagen wir den Weg, benutzen wir die Schneise, welche uns die Transsibirischen Eisenbahn nach Osten vorgibt, bis in den letzten Winkel. Begleiten wir Eisenbahner der Fernostbahn, stoßen wir zu den Wölfen im Baikal-Lena-Naturreservat vor und tauchen ein in die Religion des Lamaismus im Kloster Ivolginsk.

November 2013 – ISBN: 978-3-7322-8689-8 – 120 Seiten – 41 s/w Fotos – 9,99 Euro

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